Die geplante Rettung des Elbtowers wird heute in der Aktuellen Stunde der Bürgerschaft debattiert. Der Senat will für 595 Millionen Euro fast die Hälfte des Hochhauses kaufen, um den Weiterbau durch ein Konsortium um den Investor Dieter Becken zu ermöglichen. Recherchen des NDR sowie Anfragen der Fraktion Die Linke zum Flächenbedarf des Naturkundemuseums und der Rolle von Finanzsenator Dressel und der ehemaligen Geschäftsführerin der HafenCity Hamburg GmbH (HCH) werfen zahlreiche Fragen auf.
Marco Hosemann, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „SPD und Grüne müssen endlich Abstand von der geplanten Rettung des Elbtowers nehmen. Das Naturkundemuseum kann an anderen Standorten günstiger und mit weniger Risiken realisiert werden. Alternativen wie das ehemalige Gruner+Jahr-Gebäude am Baumwall oder ein Neubau in der HafenCity wurden nicht ergebnisoffen geprüft. Der Senat versucht die Unterbringung des Museums im Elbtower nur deshalb als beste Lösung zu verkaufen, weil er die Bauruine loswerden will, für die er verantwortlich ist. Wenn die Menschen sehen, dass überall gespart, aber für Prestigeprojekte wie Elbtower, Kühne-Oper und Olympia Milliarden rausgehauen werden sollen, schadet das dem Vertrauen in die Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“
Heike Sudmann, Co-Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion: „Bei mir schrillen die Alarmglocken angesichts dieser ungewöhnlichen Vorgänge: Ein Finanzsenator, der bei einem Bankenchef anruft, um sich laut Medienbericht für einen Kredit für das private Investorenkonsortium einzusetzen. Eine Kosten-Nutzen-Analyse von einem Beratungsunternehmen, dessen Co-Geschäftsführerin bis Ende 2024 in gleicher Funktion bei der HCH für den Elbtower zuständig war: Wie soll da Vertrauen in ein neutrales, unabhängiges Verfahren entstehen?“
