Olympia-Kosten: Heiße Luft statt Geld vom Bund für Hamburg

Eine aktuelle Schriftliche Kleine Anfrage der Linksfraktion zu der finanziellen Beteiligung des Bundes an den Kosten für eine mögliche Olympia-Bewerbung zeigt, dass die Stadt Hamburg für ihre 18 Millionen Euro Bewerbungskosten keinen Cent Erstattung bekommen wird und dass der Bund zu Höhe und Umfang seiner Beteiligung an den milliardenschweren Infrastrukturkosten für die Olympischen Spiele noch keine Entscheidung getroffen hat. Der Senat hatte in einer Pressemitteilung vom 4. Dezember den Eindruck erweckt, dass die 6 Millionen Euro Bundesmittel auch für die Hamburger Bewerbungskosten zur Verfügung stünden und der Bund „finanziell die Mitverantwortung für die Durchführung der Spiele“ übernimmt. In der Antwort auf die aktuelle Anfrage spricht der Senat sogar von einem „Paradigmenwechsel“ des Bundes und „fiskalisch abgesicherter Rahmensetzung“.

Dazu Heike Sudmann, Co-Fraktionsvorsitzende der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Der Senat produziert viel heiße Luft, um die Olympia-Bewerbung den Hamburger*innen schmackhaft zu machen. Die notwendige Infrastruktur für die Olympischen Spiele, wie etwa der Bau eines Leichtathletikstadions, wird zig Milliarden Euro kosten. Ebenso wie 2015 sagt der Bund auch jetzt nicht, mit wie viel Geld er sich beteiligen werde. Also alles wie gehabt, das finanzielle Risiko bleibt bei Hamburg. Milliarden-Ausgaben für Olympia sind für den Senat kein Problem. Dafür droht der Finanzsenator den Hamburger*innen schon jetzt harte Zeiten an und kürzt beispielsweise drei Millionen Euro im ohnehin unterfinanzierten Kinder- und Jugendbereich. Angesichts der 18 Millionen Euro, die der Senat aktuell allein für die Olympia-Bewerbung ausgibt, ein sozialpolitischer Skandal. Die Schuldenberge nach den Olympischen Spielen würden wie in Paris dazu führen, dass Versprechungen wie die vierte und fünfte Schulsportstunde oder ausbleibende Kürzungen bei der Sportförderung sich in Luft auflösen. Deshalb kann es auch diesmal nur ein Nein zur Olympiabewerbung geben.“