Hyperloop in Hamburg? Nur für eine Vorstudie schon 240.000 Euro ausgegeben

Eine Anfrage der Linksfraktion zeigt, dass der Senat schon 240.000 Euro ausgegeben hat, um eine Hyperloop-Referenzstrecke in Hamburg untersuchen zu lassen. Eine Hyperloop-Strecke zwischen Hamburg und Kiel wird weiterhin geprüft, obwohl die Olympia-Bewerbung als Begründung weggefallen ist. (Foto: Kein Hyperloop, aber Fernwärmerohre)

Die Zahl der Pendler*innen zwischen Hamburg und Kiel lag 2024 bei 6.700 (s. Stadtamt Kiel, S. 157-158). Laut einer Hyperloop-Studie im Auftrag der Europäischen Kommission liegen die Kosten für einen Kilometer Hyperloop-Strecke zwischen 20 und 36 Mio. Euro (S. 12), Bahnhöfe und weitere Infrastruktur kommen noch hinzu. Die Studie stellt zum Hyperloop auch fest: „Seine optimale Rolle besteht darin, Hochgeschwindigkeitskorridore mit hoher Nachfrage zu bedienen, die von den derzeitigen Verkehrsträgern nur unzureichend abgedeckt werden, insbesondere über mittel- bis lange Entfernungen (200–1.500 km). Jeder politische Ansatz sollte den Hyperloop daher in einen multimodalen Rahmen einbetten und vermeiden, ausgereifte, nachhaltige Optionen zu verdrängen, die bereits zu den Zielen der EU beitragen.“ (Seite 13, übersetzt mit DeepL.com)

Dazu Heike Sudmann, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Technologieoffenheit – schön und gut. Doch Sinn und Zweck eines Hyperloops in Hamburg sind nicht zu erkennen. Wo soll der Platz in der dicht bebauten Stadt sein für eine aufgeständerte Hyperloop-Strecke mit Anschluss an den ÖPNV? Wie lange Tunnel sollen als Alternative und zu welchem Preis gebaut werden? 6.700 Pendler*innen zwischen Hamburg und Kiel rechtfertigen keine Milliarden-Ausgabe für eine Hyperloop-Strecke ohne Zwischenhalt auf der Strecke Hamburg-Kiel. Die massenhaften Einpendler*innen aus dem Hamburger Umland würden von einem Ausbau des Nah- und Regionalverkehrs viel mehr profitieren. Hyperloop-Teststrecken gibt es schon in München und Emden, da muss Hamburg kein Geld aus dem Fenster werfen.“