Sechsgleisig über die Norderelbe: Hauptprobleme bleiben ungelöst

Gemeinsam mit der Deutschen Bahn hat der Senat heute seine Idee vorgestellt, die bisher vier Gleise über die Norderelbbrücken auf sechs zu erweitern. Dazu Heike Sudmann, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft:

„Das Nadelöhr wird nicht beseitigt, sondern nur noch enger. Die extrem komplexe Ausweitung der Bahn-Norderelbbrücken auf sechs Gleise für Güter-, Regional- und Fernverkehr ändert nichts an der Tatsache, dass in Hamburg eine zweite Schienenelbquerung fehlt. Vor zwei Jahren reichte ein Lkw-Brand unter einer Eisenbahnüberführung, um den gesamten Fern- und Regionalverkehr tagelang zum Erliegen zu bringen. Die heute vorgelegten Pläne lassen zudem die größte Schwachstelle des Bahnnetzes – den Hamburger Hauptbahnhof – unangetastet. Dort stehen zu wenig Gleise für Züge aus dem Süden zur Verfügung. Und auch der weitere Verlauf der Verbindungsbahn bleibt dann zweigleisig.

Einen realistischen Plan für mehr Kapazitäten am Hauptbahnhof und einen leistungsfähigen Bahnverkehr über die Elbe hat die Linke mit ihrem Konzept Hauptbahnhof Plus  vorgelegt. Zusätzliche Gleise durch eine Unterquerung des Hauptbahnhofs – weitergeführt in einem Tunnel unter der Elbe nach Harburg-Hausbruch -schaffen eine neue Süd-Ost-Strecke mit Direktverbindungen etwa zwischen Lübeck und Harburg. Statt Stückwerk müssen Senat und DB mit der überfälligen Studie zum Bahnknoten Hamburg endlich ein Gesamtkonzept auf den Tisch legen. Nur dann kann beurteilt werden, ob zwei zusätzlichen Gleise Sinn machen.“

Dazu Marco Hosemann, Sprecher für Denkmalschutz der Linksfraktion: „Ich glaube erst, dass die Sanierung der denkmalgeschützten Norderelbbrücken technisch nicht möglich ist, wenn ich die Untersuchungen dazu gesehen habe – alle Gutachten müssen veröffentlicht werden. Bis dahin bleibt der Verdacht, dass die Deutsche Bahn eine Sanierungsvariante nicht ernsthaft geprüft hat.