Der Senat hat heute mitgeteilt, dass das 2023 von ihm versprochene Hochleistungsbussystem auf dem Straßenzug Stresemannstraße-Bahrenfelder Chaussee-Luruper Chaussee als Zwischenlösung bis zur Realisierung einer Schienenanbindung vom Tisch ist. Wegen der Bauarbeiten für die Science City, die U5 und die S6 sei der Straßenzug „unverzichtbar“. Außerdem würde das Bussystem den Nutzen-Kosten-Faktor der S6 „deutlich reduzieren“. Als einzig mögliche Busspur wird ein Mini-Abschnitt unter der Sternbrücke genannt. Busspuren aufzumalen, wie in der Studie vorgeschlagen, sei dort nicht möglich, wo die „Maße nicht den Vorschriften entsprechen“.
Heike Sudmann, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Was für ein Schlag für die Menschen in Lurup und Osdorf. Seit über fünfzig Jahren warten sie auf die versprochene Schienenanbindung. Für die Zwischenlösung des Hochleistungsbussystems haben sie sich zusammen mit Anwohner*innen aus Bahrenfeld an diversen Workshops der Stadt beteiligt. Das von mir und anderen schon lange benannte Problem mit dem Nutzen-Kosten-Faktor der S6 wird jetzt als Ausstiegsargument benutzt. Wie billig und durchschaubar. Den Menschen vor Ort wird nun die Bustür vor der Nase zugeschlagen. Was nützt ihnen eine hohe Taktung der Buslinien 2,3 und X3 auf dem Papier, wenn die Busse stundenlang im Stau stehen. Dem Senat ist alles Mögliche, von der Science City bis zu Olympia, wichtiger als die Menschen in Osdorf, Lurup und Bahrenfeld. Dabei gibt es Lösungen für Abschnitte, wo der Platz für eine durchgehende Busspur nicht ausreicht. Sie heißen Busschleusen und sind vielfach erprobt. Der Senat muss es nur wollen.“