Die nach eigenen Worten überparteiliche und ehrenamtliche Initiative OlympJA hat heute eine Werbeaktion für Olympia am Jungfernstieg gemacht. Mit kostenloser Bühnenshow und mehreren Künstler*innen wurde gelockt – dem Aufruf folgten allerdings nur wenige Menschen. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, dass die drei sogenannten Macher der Initiative – Christian Gerlach von Neuland Concerts, Eventveranstalter Uwe Bergmann und Berater Matthias Onken – so eng verwoben mit der Stadt und dem Olympia-Projekt sind, dass es kein Geld von der Stadt für das Event bedarf (s. unsere aktuelle Schriftliche Kleine Anfrage Drs. 23/3816).
Neuland Concerts hat im Auftrag der Stadt die Olympia-Eröffnungsfeier geplant und wird mit als Herausgeber des Finanzkonzepts genannt (S. 36). Genau wie Herr Bergmann können sie durch Olympia auf Aufträge hoffen. Matthias Onken arbeitet u.a. in der Beratungsgesellschaft von Altbürgermeister Ole von Beust. Dort finden sich viele ehemalige Politiker von CDU über SPD bis hin zu den Grünen. Michael Vesper, früherer Chef des DOSB und Ex-Minister der Grünen, ist seit 2018 Partner in der Beratungsgesellschaft.
Dazu Martin Wolter, sportpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „OlympJa braucht wahrlich kein Geld von der Stadt. Die vorgeblich ehrenamtlichen Macher von OlympJA arbeiten entweder aktuell im Auftrag der Stadt mit am Olympia-Konzept oder können auf Aufträge durch Olympia hoffen.“
Dazu Heike Sudmann, Co-Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion: „Herausgeber des Finanzkonzepts zu Olympia ist das Vorprojekt Olympia in Kooperation u.a. mit Neuland concerts. Und nun trommelt einer der Geschäftsführer für Olympia. Rein ehrenamtlich natürlich. Parteiübergreifende Kontakte hat Mathias Onken auch über seine Tätigkeit als ‚executive consultant‘ bei der von Beust&Colleg. Beratungsgesellschaft. In der vom Altbürgermeister von Beust gegründeten Gesellschaft arbeiten ehemalige Minister und Abgeordnete von CDU, SPD und Grünen. Seit 2018 ist der ehemalige DOSB-Vorstandsvorsitzende Michael Vesper sogar als Partner eingestiegen. Für mich sieht das aus wie Vetternwirtschaft auf hohem politischen Niveau. Diese ach so ehrenamtliche Initiative OlympJA hat kein Geschmäckle, sondern stinkt zum Himmel.“
