Der Senat hat heute sein Konzept für die Bewerbung um Olympische Spiele in Hamburg vorgestellt. Mit Versprechungen, dadurch Großprojekte beschleunigen zu können, will er um Zustimmung beim Referendum werben. Dabei sollen die U5 und die Wohnungen der Science City auch nach den aktuellen Planungen schon vor 2040 fertig sein. Zur Planung und Finanzierung der zentralen Sportstätte, dem Olympiastadion im Volkspark, verliert der Senat hingegen nach wie vor kein Wort.
Martin Wolter, sportpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: “Der Senat will einen ‚Olympic Spirit‘ nach Hamburg holen und dafür zig Milliarden Euro ausgeben. Diesen Spirit würden die Menschen insbesondere in Form von Preis- und Mietsteigerungen, Verkehrschaos und Klimaschäden zu spüren bekommen. Doch die möglichen sozialen Folgen von Olympia werden vom Senat ignoriert und geleugnet. Die Hamburger*innen stimmen im Mai darüber ab, ob sie sich für ein paar Wochen Party jahrelangen Stress und eine Stadt im Ausnahmezustand wünschen. Und sie stimmen im Referendum darüber ab, ob dafür ein Milliarden-Betrag in der Elbe versenkt werden soll.“
Heike Sudmann, Co-Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion: „Olympia wird vom Senat als Wundermittel dargestellt, ohne das angeblich nichts geht. Das kennen wir von 2015. Da hieß es, der Kleine Grasbrook könne nur mit Olympia für Wohnungsbau genutzt werden. Doch dann ging es auch ohne. Der Senat präsentiert eine Mogelpackung nach der anderen, um die Hamburger*innen zu JA-Sager*innen zu machen. Aus Angst vor einer Ablehnung beim Referendum will der Senat die Hamburger*innen mit einer Million verbilligter Tickets Euro ködern. In Paris gab es diese Tickets zu rund 24 Euro nur für die wenig begehrten Wettkämpfe. Die normalen Eintrittspreise von mehreren hundert und auch tausend Euros werden sich die meisten Menschen in Hamburg nicht leisten können. Wir werden diese Mogelpackungen nachhaltig auseinandernehmen, damit die Hamburger*innen sicher sein können: ein NEIN zu Olympia macht die Stadt für alle lebenswerter.“
