Fakten statt veralteter Umfragen: Der Wind dreht sich gegen Olympia

In der Aktuellen Stunde debattiert die Bürgerschaft heute auf Antrag der Linken über das Thema „NEIN zu Olympia. Für Hamburg“. Dass die Nervosität bei den Befürworter*innen steigt, zeigt unter anderem der Versuch, mit einer veralteten Umfrage der Handelskammer einen vermeintlichen Meinungsumschwung herbeizureden. Tatsächlich aber wächst der Widerstand gegen die Bewerbung. Immer mehr gesellschaftspolitische Gruppierungen und Institutionen sagen Nein zu Olympia, nach dem BUND nun auch der Nabu und der Zukunftsrat. Der Bund der Steuerzahler moniert zudem fehlende Kostenehrlichkeit.

Heike Sudmann, Co-Vorsitzende der Linksfraktion: „Zu Recht befürchtet die Pro-Olympia-Lobby, dass die Hamburger*innen erkennen, dass Olympia viel zu teuer wird und die Stadt unsozialer macht. Statt sich dieser Debatte ehrlich zu stellen, wird mit Manipulationen und Täuschungen gearbeitet, wie bei der Veröffentlichung der veralteten Handelskammer-Umfrage. Tatsächlich kam bei einer aktuelleren Befragung des NDR nach Veröffentlichung des Finanzkonzeptes des Senats heraus, dass eine Mehrheit gegen die Bewerbung ist. Die jüngst bekanntgewordenen milliardenhohen Kürzungspläne der Bundesregierung bei Kindern und Jugendlichen sowie Behinderten machen klar, wohin die Reise gehen wird, wenn auch noch Geld für Olympia aus dem Fenster geworfen wird. Interessant ist auch, dass diejenigen, die massiv gegen den Zukunftsentscheid gearbeitet haben, jetzt die Zukunft Hamburgs von dem IOC abhängig machen wollen. Es ist kein Mut, sondern unverantwortlich und dumm, mit einem korrupten IOC, das bei allen Olympischen Spielen Milliarden abkassiert, zusammenarbeiten zu wollen.“

Martin Wolter, sportpolitischer Sprecher der Linksfraktion: “Der Senat vertauscht die Werte des Sports mit denen von Olympia – während der größte Teil von Sport für Vielfalt, Fairness und Respekt steht, trimmt das IOC Olympia gnadenlos auf Werbewirksamkeit und Profitmaximierung. Anstatt nach den Bedürfnissen des IOC sollte die Politik sich lieber nach den Bedürfnissen der Menschen richten. Es ist beispielsweise unfassbar, dass zu Olympia eine neue Multifunktionsarena ohne Bedarfsanalyse und ohne Finanzierungskonzept neu gebaut werden soll. Stattdessen muss zunächst ein Baugutachten für das bereits existierende Volksparkstadion angefertigt werden. Damit könnte nicht nur sehr viel Geld gespart werden, sondern eventuell auch der Auszug der HSV-Fans aus ihrem geliebten Zuhause verhindert werden.“

Jan Libbertz, jugendpolitischer Sprecher der Linksfraktion: “Wir brauchen keine Stadt, die 30 Tage die ‚Jugend der Welt zu Gast‘ haben möchte, es aber 365 Tage im Jahr nicht schafft, ihre eigenen Kinder und Jugendlichen mit dem zu versorgen, was ihnen gesetzlich zusteht.“